Tornadohilfe übers Internet
Seit dem Hurrikan Isabel im Jahre 2003 hat sich viel geändert. Ihm folgte der Sturm über New Orleans, der zum Wandel der Bundesnotstandshilfeamts FEMA führte. Jetzt leistet es effizient Tornadohilfe im Süden der USA.
Doch nicht jeder Ort wird sofort erreicht. Bis dahin ist Nachbarschaftshilfe gefragt. Als Isabel über Washington fegte, konnte ich mit einem Schild im Garten den Nachbarn verkünden, dass sie an meinem Notstromgenerator ihre Telefone und Laptops aufladen konnten. Ich konnte sie in mein WLan einladen und ihre Medikamente im Kühlschrank sicher verwahren. Über ein rasch eingerichtetes Blog konnten Angehörige und Freunde außerhalb der abgeschnittenen Region erfahren, wie es darin aussieht, was benötigt wird und vor allem, dass niemand verletzt war. Fünf Tage später war der Strom wieder da. So schnell geht es nicht überall. Gegenwärtig kämpfen die Nachbarn im Raum Cleveland, Tennessee, schon über eine Woche für die Rettung ihrer Bekannten und Verwandten, zersägen umgefallene Bäume, schaffen Nahrungsmittel heran, kochen für die Obdachlosen und organisieren Betten genauso wie Planen und selbst alte Verkehrsschilder, um Häuser und Hausreste vor drohendem Platzregen zu schützen. Das Internet ist dabei wieder eine wichtige Hilfe. So strahlt ein aus Deutschland stammender Nachbar über Twitter und Facebook regelmäßig Sachstands- und Bedarfsmeldungen aus: Windeln, Eis, Sägekettenöl, drei Helfer hier, ein Gruppe dort benötigt oder angeboten. Schlag auf Schlag organisiert er die Rettung als Bindeglied der Helferkette mit. Dass er Deutscher ist, spiele keine Rolle, schreibt er: Er ist Nachbar. Man hilft sich. Er ist rund um die Uhr nicht nur in den Social Media, sondern auch mit Herz und Hand tatkräftig im Einsatz. Vorbildlich. Bis das Bundesamt hilft, werden die Nachbarn schon eine Menge Tornadoschäden und Not gelindert und vieles wieder passierbar gemacht und aufgebaut haben.