Schließung der Regierung: Plan und Wirkung
Washington hat jetzt andere Sorgen als die Kunstbemalung von Mauern. Eigentümer graffittibemalter Flächen können sich zwar noch für free Murals anmelden. Doch mit der bevorstehenden Schließung der Bundesregierung und der Entlassung von 800.000 Beamten und Angestellten des Bundes werden auch 14.000 Verwaltungsmitglieder der Hauptstadt auf die Straße gesetzt, und niemand bearbeitet solche Anträge.
Auf der Bundesseite werden Steuererklärungen nicht bearbeitet, während die Steuerzahler den Erklärungstermin für die Bundessteuer vom 18. April 2011 einhalten müssen. Auf der städtischen Seite wird der Müll nicht abgeholt, während die Strafzettel fürs Falschparken vermutlich trotz anderslautender Gerüchte weiter verteilt werden. Natürlich erwartet auch die Stadt die Tax Returns, selbst wenn sie sie nicht bearbeiten kann. Irgendjemand wird sicherlich bezahlt werden, um die Schecks aus den Umschlägen zu fischen. Selbst wenn die Hauptstadt kein Staat ist und deshalb von der Laune des Bundes abhängt, wird man kein Geld herumliegen lassen. Die Wasserwerke sind nicht von der Stadt abhängig, sondern einem regionalen Gremium, dem auch die Staaten Maryland und Virginia angehören. Wasserver- und Abwasserentsorgung sollen gesichert sein, denn die Staaten lassen sich wenig vom Bund vorschreiben. Die Gehälter der Abgeordneten im Kongress werden, soweit gegenwärtig bekannt, von der Schließung nicht berührt. Die Touristen, die vor geschlossenen Museen stehen, können ihre Besuche in den Kongress und die berühmte und sehenswerte Kongressbibliothek umplanen. Auch die Wasserfälle am Potomac werden weiter fließen. Die Nationalparks werden zwar geschlossen, doch lassen sie sich hervorragend von Maryland aus beobachten.