American Capital

Hauptstadt Washington USA 

Telefongesellschaft sträubt sich gegen Anrufe

Nach einem Umzug ein Telefon abmelden ist nicht einfach. Die
Telefongesellschaft verzeichnet sich nicht im Telefonbuch. Anrufe will
sie nicht, wird auf der Verizon-Webseite deutlich. Suchergebnisse
erklären, wie man online mit ihr in Verbindung treten kann.

Das heißt, wenn man überhaupt ein Online-Konto hat, was sich
allerdings kaum ohne Anwesenheit in dem Haus mit der abzumeldenden
Leitung einrichten lässt. Eine Telefonnummer für sich wirft die
Telefongesellschaft auf ihrer Webseite auch nur auf besonderen Wunsch
und kluge Sucheingaben aus.

Mit etwas mehr Glück lässt sich die Fernverkehrsleitung kappen. Diese
Anbieter unterliegen besonderen Kontrollen und Vorschriften. Hat man
die Fernverbindung abgenabelt, kann man allerdings die lokale
Telefongesellschaft erst recht nicht mehr erreichen, da sie keine
lokalen Nummern preisgibt, sondern lediglich gebührenfreie Long
Distance Numbers.

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Die Touristen kommen!

Der Referendar quälte sich in der heißen Mittagspause durch die
Menschenmengen am Jefferson Memorial und berichtet: Die Touristen
kommen!

Eigentlich sollten sie erst ab Sonntag die Kirschblüte besuchen. Doch
der frühe Sommer macht allen einen Strich durch die Rechnung, auch den
Kirschbäumen.

Die feiern in diesem Jahr den 100. Jahrestag der
japanisch-amerikanischen Freundschaft. Sie wurde mit vom Kaiserreich
geschenkten Kirschbäumen besiegelt.

Nachdem Washington keinen Winter erlebte, gab es auch keinen Frühling.
Plötzlich sind wir im Sommer angekommen. Die blühenden Bäume in der
Hauptstadt schweben bereits über einem weißen Teppich von
Blütenblättern.

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Rekorde in der Hauptstadt

Mieten und Hauspreise ziehen in Washington, DC, überproportional an. Der Preisanstieg bei Immobilien ist der höchste im Lande, wird heute berichtet. Seit langem sind wir Schlagzeilen wie Region's growth in home prices tops nation gewöhnt. Gegenwärtig gelten sie für die Hauptstadt, nicht ihren Großraum.

Andere Rekorde betreffen die Lernlücken. Da führt Washington auch. Einerseits gibt es eine fast landesweit führende gebildete Schicht, andererseits die Dummen, die trotz überdurchschnittlicher Ausgaben für das Schulwesen nur punktuell Fortschritte machen. Der statistische Achievement Gap ist stark von der Hautfarbe der Schüler geprägt. Da nur 7 Prozent der Schüler weiß sind, erweist sich die Durchschnittsbildung schnell als irreführend. Ein Abstellen auf Einkommen, Wohngegenden oder selbst auf die Ausgaben pro Schule könnte aufschlussreicher sein und dürfte nicht zu rassischen Verzerrungen führen.

Viele Wohngegenden in Washington sind bunt. Einige sind in einem solchen Maße afrikanisch-amerikanisch, dass sich Außenseiter, auch Afrika-Afrikaner, unwillkommen fühlen. Dahinter steckt Stolz auf eigene Errungenschaften, vor allem aus der Zeit vor der Sklavenbefreiung, und der Wille, nicht wie in anderen Wohngegenden von anderen überrannt zu werden, die die Zeit der Unterdrückung auf der falschen Seite erlebten. Dass die Erlebnisse die Vorfahren betrafen, spielt dabei keine sonderliche Rolle. Sozial- und Kulturwissenschaftler können die Zusammenhänge und Verhältnisse gründlicher erklären. Irgendwie wirken sie sich weiterhin auf die Schulerfolge aus. Den buntgemischten Wohngegenden ist das mehr als peinlich, zumal sie in überdurchschnittlicher Höhe die Steuern zahlen, die das Schulwesen finanzieren.

Zurück zu den Rekorden: Zudem berichtete die Washington Post heute, dass der Unterschied zwischen hohen und niedrigen Einkommen, bezogen auf Schwarze und Weiße, in Washington höher liegt als in den umliegenden Kreisen der Staaten Maryland und Virginia. Dort nahm auch die Zahl einkommensschwacher Zentralamerikaner zu, die in manchen Statistiken der weißen Bevölkerung zugerechnet werden. Unter ihnen sind zahlreiche Hilfsarbeiter ohne Ausbildung, die sich das Wohnen in Washington nicht leisten können. Auch das verzerrt die Statistik.

Schließlich bildete auch der gestrige Regenfall einen Rekord. Bei Statistiken kommt es halt darauf an, welcher Vergleich herangezogen wird.

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Food is free: Transportation Choices

Foodisfree

Starting Point: I am not a foodie. I want my calories.

Better Transportation Choices toutes a new mobile web app. reroute.it is nifty. It computes comparative costs, time, CO2 emissions and calories of various transportation choices: Walk, bike, bus, cab, commute etc.

I really dislike the assumption for walkers. My twice-daily walks to the office do not cost zero dollars.

Compared to when I drove, I need to clean my suits more frequently, polish my shoes, buy more shoes, wash my hair, my shirts (look at the collar when I reach the office!) -- all at significantly more cost than I had before.

And eat more. 162 calories according to the app. Double that, and you have a daily McDouble and small fries at $2.20 including tax. Remember: Gas is cheaper than water.

Walking is not free. I also doubt that it's healthier, as the article proclaims. The CO2 emissions I breathe in on 16th Street are a pain in the throat. A car, cab or bus filters the air and may be healthier in the long run. OK, sometimes, I walk 17th Street where there are no buses and fewer trucks. The difference is impressive.

In sum, walking may be a lot more expensive than the other choices. I do it because I like it. But every pleasure in life offers its sinful angle.


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Tornadohilfe übers Internet

Seit dem Hurrikan Isabel im Jahre 2003 hat sich viel geändert. Ihm folgte der Sturm über New Orleans, der zum Wandel der Bundesnotstandshilfeamts FEMA führte. Jetzt leistet es effizient Tornadohilfe im Süden der USA.

Doch nicht jeder Ort wird sofort erreicht. Bis dahin ist Nachbarschaftshilfe gefragt. Als Isabel über Washington fegte, konnte ich mit einem Schild im Garten den Nachbarn verkünden, dass sie an meinem Notstromgenerator ihre Telefone und Laptops aufladen konnten. Ich konnte sie in mein WLan einladen und ihre Medikamente im Kühlschrank sicher verwahren. Über ein rasch eingerichtetes Blog konnten Angehörige und Freunde außerhalb der abgeschnittenen Region erfahren, wie es darin aussieht, was benötigt wird und vor allem, dass niemand verletzt war.

Fünf Tage später war der Strom wieder da. So schnell geht es nicht überall. Gegenwärtig kämpfen die Nachbarn im Raum Cleveland, Tennessee, schon über eine Woche für die Rettung ihrer Bekannten und Verwandten, zersägen umgefallene Bäume, schaffen Nahrungsmittel heran, kochen für die Obdachlosen und organisieren Betten genauso wie Planen und selbst alte Verkehrsschilder, um Häuser und Hausreste vor drohendem Platzregen zu schützen.

Das Internet ist dabei wieder eine wichtige Hilfe. So strahlt ein aus Deutschland stammender Nachbar über Twitter und Facebook regelmäßig Sachstands- und Bedarfsmeldungen aus: Windeln, Eis, Sägekettenöl, drei Helfer hier, ein Gruppe dort benötigt oder angeboten. Schlag auf Schlag organisiert er die Rettung als Bindeglied der Helferkette mit. Dass er Deutscher ist, spiele keine Rolle, schreibt er: Er ist Nachbar. Man hilft sich. Er ist rund um die Uhr nicht nur in den Social Media, sondern auch mit Herz und Hand tatkräftig im Einsatz.

Vorbildlich. Bis das Bundesamt hilft, werden die Nachbarn schon eine Menge Tornadoschäden und Not gelindert und vieles wieder passierbar gemacht und aufgebaut haben.

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Rob Pegoraro, Technikjournalist, Washington Post

Die Washington Post verliert einen guten Journalisten, Rob Pegoraro. Auf seiner Webseite stellt er die Situation kurz dar.

Pegoraro berichtete seit den neunziger Jahren, als ich noch für die später eingestellten deutschprachigen Wochenzeitungen Washington Journal und Washington Forum über IT und das allgemeiner verfügbar werdende Internet schrieb, über PCs, Software, Internet, PDAs, Mobiltelefone, Zusatzgeräte und neuerdings Tablets.

Der schlichte Stil des ungelernten Journalisten besticht durch Aufrichtigkeit und Direktheit. Besserwisserei scheint Pegoraro nicht zu kennen. Laien wie Gurus legen auf seine Berichte hohen Wert: Er schreibt für jedermann und kompetent wie wenige.

Neben den Berichten in der Druckausgabe der Washington Post schrieb er für die Online-Publikationen des Post-Konzerns sowie Twitter und Facebook. Washington wird ihn vermissen, wie man an den Kommentaren bei Facebook erkennt. Hoffentlich werden jetzt nicht die Sportseiten erweitert.

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Schließung der Regierung: Plan und Wirkung

Washington hat jetzt andere Sorgen als die Kunstbemalung von Mauern. Eigentümer graffittibemalter Flächen können sich zwar noch für free Murals anmelden. Doch mit der bevorstehenden Schließung der Bundesregierung und der Entlassung von 800.000 Beamten und Angestellten des Bundes werden auch 14.000 Verwaltungsmitglieder der Hauptstadt auf die Straße gesetzt, und niemand bearbeitet solche Anträge.

Auf der Bundesseite werden Steuererklärungen nicht bearbeitet, während die Steuerzahler den Erklärungstermin für die Bundessteuer vom 18. April 2011 einhalten müssen. Auf der städtischen Seite wird der Müll nicht abgeholt, während die Strafzettel fürs Falschparken vermutlich trotz anderslautender Gerüchte weiter verteilt werden.

Natürlich erwartet auch die Stadt die Tax Returns, selbst wenn sie sie nicht bearbeiten kann. Irgendjemand wird sicherlich bezahlt werden, um die Schecks aus den Umschlägen zu fischen. Selbst wenn die Hauptstadt kein Staat ist und deshalb von der Laune des Bundes abhängt, wird man kein Geld herumliegen lassen.

Die Wasserwerke sind nicht von der Stadt abhängig, sondern einem regionalen Gremium, dem auch die Staaten Maryland und Virginia angehören. Wasserver- und Abwasserentsorgung sollen gesichert sein, denn die Staaten lassen sich wenig vom Bund vorschreiben.

Die Gehälter der Abgeordneten im Kongress werden, soweit gegenwärtig bekannt, von der Schließung nicht berührt. Die Touristen, die vor geschlossenen Museen stehen, können ihre Besuche in den Kongress und die berühmte und sehenswerte Kongressbibliothek umplanen. Auch die Wasserfälle am Potomac werden weiter fließen. Die Nationalparks werden zwar geschlossen, doch lassen sie sich hervorragend von Maryland aus beobachten.

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Geprüfte Touristenführer: Nachgebesserte Bürokratie

Segs in the City steht für Touristenführer auf einer Achse. Die Stadt hat nichts gegen das Unternehmen. Sie möchte allerdings die Gebühren für die Genehmigung, die Touristenführer beantragen müssen. Dazu hat sie extra die Gesetze und Verordnungen angepasst.

Segs in the City wehrt sich. Führer erklären Touristen die Stadt, das Fahrzeug, etwas Geschichte. Alles eine Frage der Meinungsfreiheit. Dieses Verfassungsrecht ist stärker als das Gesetz, behauptet das Unternehmen.

Nicht ganz. Gewerbliche Sprache darf der Staat regulieren, erklärte das Gericht am 25. Februar 2011. Das bedeutet, dass das Unternehmen seine Studenten, die in ihrer Freizeit Touristen Washington zeigen, nun eine nicht ganz einfache Prüfung bestehen und Gebühren bezahlen lassen muss.

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Deutschsprachiger Klerus in Washington

Neben staatlichen deutschsprachigen Institutionen ist in Washington auch der Klerus vertreten.

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Die deutsch­sprachigen Kir­chen­gemein­den orien­tieren sich nicht an der Natio­nali­tät: Wer deutsch spricht oder ver­steht, kann sich hin­zuge­sellen.

So finden sich Men­schen aus aller Welt in den Gottes­diens­ten in Bethesda und dem West­end Wash­ing­tons.

In Bethesda sind je eine katholische und eine evangelische Gemeinde aktiv. In Washington stellt die Vereinigte Kirche die älteste deutschsprachige Gemeinde der Region. Die German Speaking Catholic Mission empfängt in den kommenden Wochen einen neuen deutschen Priester.

 

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Brave Bürger können nun - ups - erschießen

Waffen für den Privatgebrauch waren im District of Columbia verboten. Das änderte sich mit dem Heller-Urteil des Supreme Court.

Jetzt finden sich registrierte Waffen in allen Stadtteilen Washingtons. Die Washington Post hat heute Zahlen veröffentlicht.

Früher besaßen Kriminelle Waffen und erschossen aus Versehen auch Unbeteiligte. Heute kann das nahezu jeder.

Außerhalb Washingtons, insbesondere in Virginia, ist die Gefahr jedoch höher. Es gibt mehr Waffen und mehr Häuser, deren Mauern wie Ziegel wirken, jedoch aus Pappe sind.

Dass Kugeln leicht solche Mauern durchschlagen, weiß nicht jeder. Doch so sterben viele.

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