Mieten und Hauspreise ziehen in Washington, DC, überproportional an. Der Preisanstieg bei Immobilien ist der höchste im Lande, wird heute berichtet. Seit langem sind wir Schlagzeilen wie Region's growth in home prices tops nation gewöhnt. Gegenwärtig gelten sie für die Hauptstadt, nicht ihren Großraum.
Andere Rekorde betreffen die Lernlücken. Da führt Washington auch. Einerseits gibt es eine fast landesweit führende gebildete Schicht, andererseits die Dummen, die trotz überdurchschnittlicher Ausgaben für das Schulwesen nur punktuell Fortschritte machen. Der statistische
Achievement Gap ist stark von der Hautfarbe der Schüler geprägt. Da nur 7 Prozent der Schüler weiß sind, erweist sich die Durchschnittsbildung schnell als irreführend. Ein Abstellen auf Einkommen, Wohngegenden oder selbst auf die Ausgaben pro Schule könnte aufschlussreicher sein und dürfte nicht zu rassischen Verzerrungen führen.
Viele Wohngegenden in Washington sind bunt. Einige sind in einem solchen Maße afrikanisch-amerikanisch, dass sich Außenseiter, auch Afrika-Afrikaner, unwillkommen fühlen. Dahinter steckt Stolz auf eigene Errungenschaften, vor allem aus der Zeit vor der Sklavenbefreiung, und der Wille, nicht wie in anderen Wohngegenden von anderen überrannt zu werden, die die Zeit der Unterdrückung auf der falschen Seite erlebten. Dass die Erlebnisse die Vorfahren betrafen, spielt dabei keine sonderliche Rolle. Sozial- und Kulturwissenschaftler können die Zusammenhänge und Verhältnisse gründlicher erklären. Irgendwie wirken sie sich weiterhin auf die Schulerfolge aus. Den buntgemischten Wohngegenden ist das mehr als peinlich, zumal sie in überdurchschnittlicher Höhe die Steuern zahlen, die das Schulwesen finanzieren.
Zurück zu den Rekorden: Zudem berichtete die Washington Post heute, dass der
Unterschied zwischen hohen und niedrigen Einkommen, bezogen auf Schwarze und Weiße, in Washington höher liegt als in den umliegenden Kreisen der Staaten Maryland und Virginia. Dort nahm auch die Zahl einkommensschwacher Zentralamerikaner zu, die in manchen Statistiken der weißen Bevölkerung zugerechnet werden. Unter ihnen sind zahlreiche Hilfsarbeiter ohne Ausbildung, die sich das Wohnen in Washington nicht leisten können. Auch das verzerrt die Statistik.
Schließlich bildete auch der gestrige Regenfall einen Rekord. Bei Statistiken kommt es halt darauf an, welcher Vergleich herangezogen wird.
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